Betreuen, Fördern, Perspektiven geben

Der ASB organisiert und managt die Erstaufnahmeeinrichtungen im Bereich der Flüchtlinge im Landkreis Erlangen-Höchstadt. Er kümmert sich dabei um Schlafplätze und sanitäre Einrichtungen, übernimmt die medizinische Versorgung und berät die Menschen in vielen Alltagsfragen.

  • Die Erlanger Helfer sorgen für eine herzliche Atmosphäre in den Unterkünften.
    Foto: ASB/T. Schamberger
  • Tischtennis oder Fußball: Auch für Freizeitbeschäftigungen ist gesorgt.
  • Das Führungstrio des ASB Erlangen-Höchstadt im Bereich Flüchtlingshilfe (von links): Artur Zwanzger, Nadine Naujoks und Oliver Fröhlich.

In den vom ASB Erlangen-Höchstadt betriebenen Flüchlingsunterkünften sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter letztlich „Mädchen für alles". Dennoch zeigen sich zwei klare Schwerpunkte: die Essensausgabe und die medizinische Versorgung. „Bei Neuankömmlingen führen wir immer einen Erstcheck durch", sagt Magdalena Müller vom ASB-Leitungsteam. „Dabei messen wir unter anderem die Körpertemperatur und begutachten Arme und Beine auf äußerlich sichtbare Krankheiten." Darüber hinaus koordinieren die Helfer mit dem gelb-roten Logo auf der Brust hausärztliche Sprechstunden, Röntgentermine oder Blutentnahmen.

„Die Flüchtlinge schätzen sehr, was wir für sie tun und zeigen sich stets voller Dankbarkeit", betont Magdalena Müller. Immer wieder seien zudem spezielle Aufgaben zu lösen. „So haben wir nach mehreren Schriftwechseln vom Sozialamt den positiven Bescheid bekommen, dass für ein fast taubes fünfjähriges Mädchen ein Hörgerät finanziert wird. Das war natürlich ein schöner Erfolg, über den wir uns alle gefreut haben!"

Der ASB Erlangen-Höchstadt bemüht sich zudem sehr, Flüchtlinge in Lohn und Brot zu bekommen. Laut Gesetz dürfen registrierte Flüchtlinge, die bereits einen Antrag auf Asyl gestellt haben, maximal 20 Wochenstunden zu einem Stundenlohn von 1,05 Euro arbeiten. Mehrere Flüchtlinge sind auf diese Weise für den ASB Erlangen-Höchstadt in den Unterkünften tätig; zumeist als Reinigungskräfte.

Hausmeister und Dolmetscher in einer Person

Alaudin aus Tschetschenien ist indes bereits einen Schritt weiter: Er darf im größeren Umfang für den ASB arbeiten. Im Jahr 2013 ist er über Polen nach Deutschland gekommen; mittlerweile wohnt der 45-Jährige mit Frau und Kindern in Baiersdorf. „Acht Stunden pro Tag arbeite ich als Hausmeister in den Unterkünften und kümmere mich um alle Reparaturen, die so anfallen", sagt Alaudin. Anfänglich in Hemhofen, mittlerweile in Herzogenaurach. Mit den Flüchtlingen komme er gut zurecht, betont der Tschetschene – und bei jenen aus der Ukraine, Weißrussland oder Aserbaidschan könne er zudem als Dolmetscher fungieren. Alaudin: „Es tut gut, wenn man gebraucht wird."